Eis für Menschen mit Stoma (künstlicher Darmausgang)
Viele Menschen mit Stoma essen Eis ohne Probleme, aber jeder reagiert anders. Hier findest du allgemeine Hinweise und Fragen, die du in der Eisdiele stellen kannst.
Wichtig: Das sind allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Die Hinweise deiner Ärztin, deines Arztes, deiner Stomatherapeutin oder deiner Ernährungsberatung gehen immer vor.
🌾 Gluten: immer angeben — schreibe für jede Sorte und jedes Dessert klar, ob sie Gluten enthält oder glutenfrei ist (nur wenn geprüft). Siehe Sorten und Allergene.
Ileostoma und Kolostoma sind nicht dasselbe
Ein Kolostoma (Dickdarm) wirkt sich auf die Nährstoffversorgung meist nur wenig aus; ein Ileostoma (Dünndarm) hat umfassendere Auswirkungen, je nachdem, wie viel funktionsfähiger Darm bleibt. Darum sind die Empfehlungen beim Ileostoma meist vorsichtiger.
Quelle: betanet.de, Stoma > Ernährung.
Was Ernährungsleitlinien beim Ileostoma sagen
Die Leitlinien eines US-Krebszentrums (Memorial Sloan Kettering) für Menschen mit Ileostoma sagen zusammengefasst:
- Eis: fettarmes Eis gehört zu den empfohlenen Produkten; normales, fettreiches Eis sollte man einschränken. Fett probiert man in kleinen Mengen, weil es Beschwerden machen kann.
- Zucker: sehr zuckerhaltige Speisen und Getränke können Durchfall auslösen.
- Zuckeralkohole (Sorbit, Mannit, Xylit): vermeiden. Sie stecken oft in „zuckerfreien“ Produkten.
- Schokolade: gehört zu den Lebensmitteln, die Durchfall auslösen können.
- Nüsse und Samen: vermeiden, weil sie zu einer Verstopfung führen können. Steinobst (Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen) bei Durchfall meiden.
- Wie man isst: langsam und gut kauen; neue Lebensmittel einzeln probieren; wenn etwas Beschwerden macht, einige Wochen pausieren und dann erneut versuchen.
- Flüssigkeit: etwa 2 Liter am Tag, wenig zu den Mahlzeiten; kohlensäurehaltige Getränke einschränken.
Quellen: Memorial Sloan Kettering, Diet guidelines for people with an ileostomy (auf Englisch); Universitätsklinikum Freiburg, Ernährung bei Ileostoma (langsam essen, gut kauen, 1,5 bis 2 Liter am Tag).
Diese Leitlinien nennen Sorbets nicht. Fruchteis auf Wasserbasis hat meist weniger Fett als Sahne-, Schokoladen- oder Pistazieneis, enthält aber mehr Zucker: Welche Wahl besser passt, hängt von der Person ab.
In der Eisdiele: so kannst du vorgehen
- Fang mit einer kleinen Portion und einer Sorte an: Wenn alles gut geht, kannst du beim nächsten Mal eine andere probieren.
- Iss langsam und in Ruhe; probiere nicht mehrere neue Dinge auf einmal.
- Frag, ob das Eis Krokant, Nussstücke oder Streusel enthält: In Nuss- und Haselnusssorten können schwer verdauliche Stücke stecken.
- Bei „ohne Zuckerzusatz“ frag, ob Sorbit, Maltit, Xylit oder andere Zuckeralkohole enthalten sind.
- Ein kleines Ernährungstagebuch hilft dir und deinem Behandlungsteam zu erkennen, was du verträgst.
Quelle zum Ernährungstagebuch: betanet.de.
Für Eisdielen: so unterstützt ihr diese Gäste
- Gib immer an, ob das Produkt Gluten enthält oder glutenfrei ist (nur wenn geprüft): siehe Sorten und Allergene.
- Haltet die Zutaten- und Allergenliste der Sorten bereit: siehe die Seite Sorten und Allergene.
- Zeigt, welche Sorten keine Nüsse, Streusel oder Stücke enthalten.
- Bietet einen kleinen Becher an und beantwortet Fragen ohne Verlegenheit: Menschen mit Stoma fragen oft diskret.
- Gebt keine medizinischen Ratschläge: sagt nur, was im Eis steckt.
Wann man ärztlichen Rat braucht
Laut denselben Leitlinien sollte man sich ärztlich melden bei Anzeichen von Austrocknung, Durchfall über 24 Stunden oder mit Fieber oder Erbrechen, keinem Stomaausgang über 6 Stunden mit Krämpfen, Schmerzen oder Übelkeit sowie sehr starkem oder wässrigem Ausgang. Das lässt sich nicht über die Eissorte lösen.
Quelle: Memorial Sloan Kettering.